Beim Zeichnen ist alles erlaubt, doch eine wirklich gute Zeichnung bedarf entsprechendes Zeichenmaterial. Die Wahl der Stifte ist ebenso entscheident, wie das dazu passende Zeichenpapier.

Bei Skizzen und Zeichnungen bleibt ein großer Bereich des Papiers für den Betrachter sichtbar. Daher spielen die Struktur und die Qualität nicht allein für den Prozess des Zeichnens selbst eine entscheidende Rolle, sondern auch darüber hinaus. Die Papierbeschaffenheit beeinflussen, den Farbauftrag, die Gesamtwirkung des Kunstwerks sowie dessen Haltbarkeit.

Natürlich kann eine schnelle Skizze auch spontan auf Butterbrotpapier oder der Rückseite eines Einkaufzettels entstehen. Für hochwertige Zeichnungen ist jedoch echtes Zeichenpapier die bessere Wahl. Auch anderes Künstlerpapier, wie z.B. Aquarellpapier oder Pastellpapier ist aufgrund seiner speziellen Eigenschaften nicht unbedingt zum Zeichen und Illustrieren geeignet.

Unsere Auswahl an Zeichenpapier ist riesig, da kann bei der Suche nach dem einen Papier schon einmal die Frage aufkommen

Welches Zeichenpapier ist für mich das richtige?

Je nach Vorliebe, Technik und verwendeter Farbe bieten verschiedene Hersteller, wie z.B. Hahnemühle, Fabriano oder Canson, ganz unterschiedliche Sorten Zeichenpapier an. Jede auf ihre Art zum Zeichnen perfekt geeignet. Und dabei doch so unterschiedlich!

Gutes Zeichenpapier ist vor allem eins: Belastbar.
Zudem ist es äußerst flexibel und ähnlich wie Universalpaier sehr vielseitig einsetzbar. Grundsätzlich kann man mit jeder Farbe, selbst mit Aquarell, auf Zeichenpapier arbeiten. Allerdings empfehlen wir für ein perfektes Ergebnis das jeweils speziell für die Technik entwickelte Künstlerpapier.

Was zeichnet gutes Zeichenpapier aus?

Die Grammatur

Die Stärke von Papier steht in Relation zu seinem Gewicht, gemessen in g/qm. Je schwerer ein Papier ist, desto stärker und robuster ist es auch.

Leichtes Zeichenpapier hat eine Grammatur von 90 - 120 g/qm und eignet sich ideal als Skizzenpapier. Eine schnelle Skizzen im Skizzenbuch oder sehr feine Zeichnungen mit Bleistift kommen auf dünnem Papier besser zur Geltung.

Gutes Künstlerpapier für intensive und ausdruckststarke Zeichnungen mit kräftigen Strichen ist zumeist fest und griffig, mit einer Grammatur von ca. 160 bis 250 g/qm. Damit hält es im Gegensatz zu dünnem Papier auch wiederholtem Radieren stand, ohne zu knittern, auszudünnen oder zu reißen.

Darüber hinaus ist das starke Papier dank seiner Beschaffenheit für Zeichnungen mit verschiedenen Stiften, Markern und auch flüssigen Farben geeignet:

- Kohle und Kreide
- Marker
- Tusche
- Bleistift
- Farbstift
- Aquarellstift
- Faserstifte
- Fineliner

 

Die Färbung

In der Regel ist Zeichenpapier weiß oder transparent-weiß (für technische Zeichnungen). Doch weiß ist nicht gleich weiß, sondern unterscheidet sich in verschiedenen Nuancen. Das Weiß von Zeichenpapier kann von naturweiß bishin zu hochweiß mit einem Weißgrad von 100 bis 110 Prozent variieren. Auf hochweißem Papier kommen die Farben besonders gut zur Geltung, es wird (meist chlorfrei) gebleicht bzw. enthält optische Aufheller. Naturweißes Papier ist hingegen leicht cremefarben, der besonders bei nicht deckenden Zeichnungen leicht durchschimmert oder aber die Farbwirkung beeinflusst.

Die Oberfläche

Ebenso entscheident bei der Wahl des richtigen Papiers ist die passende Oberfläche. Hier gibt es kein richtig oder falsch. Es kommt stattdessen auf Vorlieben und Technik an. Je strukturierte das Künstlerpapier, desto mehr schimmert diese auch beim fertigen Kunstwerk durch. Das kann, je nach Intention des Künstlers und Motiv beabsichtigt sein und dem Bild seinen letzten Schliff geben. In einem anderen Fall kommt das Bild mit glatten Farbflächen besser zur Geltung. Es gibt einige Faustregeln, welche Oberflächenstruktur sich für welche Zeichentechnik anbietet, doch letztlich helfen nur Erfahrungswerte bei der Wahl des für einen selbst passenden Papieren.

Für detaillierte, realistische Gemälde sond matte Oberflächen zu empfehlen, großflächiges Malen z. B. mit Kreide bietet sich hingegen auf rauen Oberflächen an. Ein gewisser Rauheits-Grad ist jedoch bei jeglichen Trockentechniken notwendig, um den nötigen Abrieb zu erhalten. Je grober dabei der Farbstoff ist (z.B. Kohle / Kreiden) um so rauer muss das Zeichenpapier sein. Feine Farbstifte und Fasermaler hingegen, können auch problemlos auf glatten Oberflächen wirkungsvoll eingesetzt werden.

Die Haltbarkeit

Das angebotene Künstlerpapier ist in der Regel

- holzfrei
- säurefrei
- chlorfrei gebleicht

und mit einem ph-Wert zwischen 7,5 und 9 alterungsbeständig. Die Qalität des Zeichenpapiers ist maßgeblich für die Haltbarkeit des Kunstwerkes verantwortlich. Wer sich lange an seiner Zeichnung erfreuen möchte, der achtet beim Kauf von Künstlerpapier auf die alterungsbeständigkeit desselben. Dickeres Papier und auch Karton ist bereits auf Grund seiner Festigkeit als Wiederstandsfähiger einzustufen.

Wie teste ich die UV-Empfindlichkeit?

Ein denkbar einfacher Trick hilft, um die UV-Beständigkeit eines Papieres zu überprüfen, bevor man sich in einem Werk darauf verewigt. Wird ein Teststreifen zur Hälfte in ein Buch gelegt und die andere Hälfte für einige Stunden dem direkten Sonnenlicht ausgesetzt, so lässt sich im direkten Vergleich erkennen, ob ein Papier der Sonneneinstrahlung standhält oder Verfärbungen eintreten.

Unterstützend gibt es zahlreiche Hilfsmittel, die einen schützenden Film über das Gemälde legen und es damit vor Verfärbung und Alterung bewahren. So bleibt die eigene Kunst auchz für die Nachwelt erhalten.

 

Block, Bogen oder Rolle - welcher Malgrund bietet welche Vorteile?

Zeichenblock

Zum Zeichnen empfielt sich in der Regel ein Zeichenblock. Der Umgang ist unkompliziert, da der Malgrund nicht mehr extra fixiert werden muss. Hier kann das Papier einseitig, zweiseitig oder sogar vierseitig verleimt oder gebunden sein. Je mehr Seiten fixiert sind, umso optimaler ist die Planlage gewährleistet.
Gerade die gängigen Formate DIN A3 und DIN A4 werden meist als Block angeboten.

Skizzenbuch

Im Gegensatz zum Block, aus dem sich einzelne Blätter heraustrennen (und z.B. Einrahmen) lassen, bleiben die bemalten Seiten in einem Skizzenbuch oder -Heft dauerhaft erhalten. Hier gilt schließlich das komlette Buch mit jeder einzelnen Skizze als großes Gesamtkunstwerk. Ein Artbook oder ein Reisetagebuch kann auch nach Jahren noch schöne Erinnerungen wecken und sollte immer aufbewahrt werden. Zudem lässt sich Rückblickend eine Entwicklung beim Zeichnen nachvollziehen.

Einzelbogen

Großformatige Zeichenpapiere sind meistens als Einzelbogen zu erwerben. Vorallem hochwertige Malglünde mit Büttenrand verleihen der Zeichnung visuell noch einmal eine besondere Wirkung. Damit das lose Papier beim Malen nicht verrutscht, sollte es z.B. auf einer Malplatte fixiert werden

Rolle

Zeichenpapier auf Rolle bietet sich besonders für Vielverbraucher an. Außerdem gestattet die Papierrolle den Zuschnitt individueller Sonderformate. Nach dem Zuschneiden gilt bei der Arbeit mit Papier von der Rolle, ähnlich wie beim losen Blatt, eine gründliche Fixierung auf stabilem Untergrund, um ein Verrutschen zu vermeiden.

 

Welches Künstlerpapier für welche Zeichentechniken?

Neben universal einsetzbaren Papieren sollte für diverse Zeichentechniken auch speziell dafür konzipiertes Papier gewählt werden, um ein bestmögliches Ergebnis zu erzielen.

 Pastellpapier

Das schwere Pastellpapier hat stets eine gekörnte, rauhe Oberfläche, auf der sich die Kreide ohne großen Druck abreibt. Nur auf speziell für die Pastellmalerei entwickeltem Papier können Leuchtkraft, Feinheit und Frische der Pastellfarben optimal zum Ausdruck kommen. Gerade helle Farbtöne erhalten auch auf farbigen oder schwarzen Pastellpapieren eine ganz wunderbare Ausdrucksstärke.

Tuschepapier

Tuschezeichnungen zählen im Gegensatz zu Arbeiten mit Blei- und Farbstiften, Kohle oder Kreide zu den Nasstechniken. Die Tusche kann dabei mit einem Tuschestift oder klassisch mit einem Pinsel aufgetragen werden. Das Papier darf keine hohe Saugfähigkeit besitzen, damit die aufgetragene Farbe nicht einzieht und verläuft. Daher bietet sich hier eine glatte Oberfläche an. Doch nicht zu glatt, damit der Tuschestrich vernünftig "greift". Die Grammatur von gutem Tuschepapier kann von dünn und transparent bis hin zu schwerem Bristolkarton reichen - je nach dem, mit welcher Intenzion der Zeichner an sein werk geht. Auch Aquarellpapier bietet sich für Tuschezeichnungen an.

Markerpapier

Markerpapier oder Layoutpapier sind ebenfalls für Nasszeichnungen konzipiert und saugen gut genug, damit die Farbe zügig trocknet und nicht schmiert, jedoch nicht so stark, dass die Linien verschwimmen. Sie sind durchschlagfest und eingen sich für jegliche Zeichnungen mit Markern, Faserstiften und Fineliner. Die spezielle Oberflächenbeschaffenheit ermöglicht optimale Konturenschärfe, gute Kontraste und kurze Trocknungszeiten.

Die für Nasstechniken geeigneten Zeichenpapiere kann darüber hinaus auch für Airbrush oder Aquarellmalerei genutzt werden. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass Zeichenpapier in der Regel nicht für die Anwendung von Maskierfilm bzw- -folie konzipiert wird. Für professionelle Arbeiten zählt auch hier das entsprechende Spezialpapier zur gut sortierten Grundausstattung.

Technisches Zeichenpapier

Für technische Zeichnungen kommen klassisch Transparentpapier und Millimeterpapier zum einsatz. Auch kariertes oder liniertes Papier mit Rand und Schriftfeld werden für das technische Zeichnen in der Architektur, dem Maschinenbau usw. benötigt. TZ-Papier besitzt eine geringe Grammatur und eine ausgesprochen glatte Oberfläche, sodass konturenscharfe und kontrastreiche Linien auf dem Blatt abgebildet werden könne.

 

 

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