Acrylic Fluid Painting - der neueste Trend in der Acrylmalerei

23.01.2018 geschrieben von Victoria Hein in Inspirationen & Produkte
Pouring Gießtechnik in Acryl

Neue Technik, neuer Trend - modernes Design


Sicher haben Sie schon davon gehört: Acrylic Fluid Painting erfreut sich seit einigen Monaten großer Beliebtheit. In der Kunstszene verbreitet sich der neue Trend in Acryl wie ein Lauffeuer. Es handelt sich um eine einfache und doch sehr spannende Art, Farbe auf ein Bild zu bringen.

Unvorhersehbare Kreationen und bunte Farbenspiele in Acryl

Mit Fluid Painting zaubern Sie wunderschöne Kunstwerke. Modern und dekorativ. Mit keiner klassischen Maltechnik erzielen Sie vergleichbare Effekte.

Acrylic Pouring ist die aktuell wohl beliebteste Form der Acryl Fließtechnik. Kein Wunder! Die abwechslungsreichen Gestaltungsmöglichkeiten sind absolut faszinierend. Das Farbengießen selbst macht großen Spaß und hat fast schon meditative Züge. Die Ergebnisse beeinflussen Sie nur sehr bedingt. Am Ende sind eine große Portion Zufall und Überraschung mit im Spiel.

Ein Bild mit Acrylic Pouring- wie geht das?



Wie der Name schon sagt - Fluid Painting ist eine sehr flüssige Angelegenheit. Beim Pouring gießen Sie Acrylfarben auf eine Leinwand. Durch Neigung des Malgrundes steuern Sie den Verlauf der Farbe. Entscheidend für ein geschmeidiges Verteilen auf dem Bild ist dabei eine möglichst hohe Fließfähigkeit.

Handelsübliche Acrylfarbe ist eher dickflüssig und zäh. Strecken Sie also Ihre Farbe, um sie einfach zu gießen und geschmeidig fließen zu lassen.

Pouring Art - Acrylfarbe nicht nur mit Wasser verdünnen

Fluid Art - Wasser allein reicht nicht!

Farbe + Wasser = flüssig. Das wäre schön, doch ganz so einfach ist das leider nicht. Wenn Sie Leitungswasser als alleiniges Verdünnungsmittel nutzen, greifen Sie die Struktur der Acrylfarbe an. Sie benötigen zu viel davon, um die gewünschte Konsistenz zu erhalten. Zu viel Wasser stört das Verhältnis von Lösungsmittel und Bindemittel. Als Folge verteilen sich die Pigmente ungleichmäßig und der Farbfilm reißt.

Für einen allerersten Versuch können Sie die Farbe natürlich ausschließlich mit Wasser verdünnen. Testen Sie, probieren Sie es aus. Und wenn Sie Spaß an der Gießtechnik gefunden haben, gehen Sie zum nächsten Schritt über.


Das perfekte Bild: Viel Farbe – Medium – etwas Wasser



Die nötige Fließfähigkeit erhalten Sie mit Hilfe eines speziellen Gießmediums. Es macht die Farbe angenehm geschmeidig und bindet gleichzeitig die einzelnen Pigmente aneinander. Es verbessert die Fließeigenschaften, ohne die Farbstruktur anzugreifen.

Zudem verleiht das Pouring Medium Ihren Farben einen besonders schönen Glanz. Verdünnen Sie Ihre Farben ausschließlich mit Wasser, trocknen sie anschließend matt auf. Mit einer glänzenden Oberfläche wirkt Ihr Kunstwerk direkt viel intensiver.

Mischen Sie also zunächst die Acrylfarbe mit dem Medium. Die Farben erhalten ihre Pracht und die Pigmente bleiben gebunden. Anschließend können Sie bei Bedarf vorsichtig Wasser beimischen, um die Konsistenz anzupassen.

Die richtige Konsistenz für Fluid Painting

Es gibt keine klaren Vorgaben für eine perfekte Konsistenz. Je nach Belieben. Hier gilt "Probieren geht über Studieren". Gerne geben wir Ihnen hier eine Orientireungshilfen mit auf den Weg. Testen und modifizieren Sie: Wenn sich die Farbe leicht gießen lässt und geschmeidig über die Leinwand fließt, haben Sie Ihre Mischung erreicht.


Als Ausgangspunkt für die ersten Versuche empfehlen wir folgende Mischung:

  • 50% Acrylfarbe
  • 30% - 40% Pouring Medium
  • 10% - 20% Wasser


Fluid Painting - welches Gießmedium soll ich nehmen?

Das Gießmedium spielt beim Fluid Painting eine essistenzielle Rolle. Es ist das entscheidende Hilfsmittel, um die Fließeigenschaften der Farben zu verbessern und ihren Glanz zu erhöhen.

Tipp: Für Ihre ersten Versuche bietet sich einfacher PVA-Kleber als eine günstige Alternative an. Mischen Sie den Kleber zum Binden der Pigmente in die Acrylfarbe. Anschließend verdünnen Sie die Mischung mit Leitungswasser, bis Sie die benötigte Konsistenz erreicht haben. Aber ACHTUNG: Der hohe Säureanteil im Kleber lässt die Farbe nach dem Trocknen dumpf und matt wirken.

Professionelle, speziell für Fluid Painting hergestellte Gießmedien, sind langfristig die bessere Lösung. Sie verbessern die Fließeigenschaften bei dauerhaft höchster Qualität. Zudem haftet die Farbe besser auf dem Untergrund:

  • Zuverlässig hohe Qualität
  • Erstklassige Ergebnisse
  • Gleichmäßiges Trocknen
  • Keine Risse oder Unebenheiten
  • Strahlender Glanz


Unberechenbar und wunderschön - Zellen im Bild



Pouring Medium Muster 01


Ein wesentliches Merkmal von Acrylic Fluid Painting sind die klaren Zellstrukturen, die sich beim Acryl Gießen bilden. Der besondere Reiz: Sie wissen vorher nie genau, wann, wie und wo ein Zellmuster entsteht.

Aus der Zusammensetzung von Pigmenten, Bindemittel und Lösungsmittel ergibt sich für jeden Acryl Farbton eine eigene Dichte. Treffen nun zwei Farben mit unterschiedlicher Dichte aufeinander, weicht die obere der unteren. Sie erhalten ein Zellmuster. In der Regel hat Weiß eine besonders hohe Dichte.

Eine einfache Zellstruktur erreichen Sie also bereits, indem Sie Weiß mit einem dunklen Farbton ineinanderfließen lassen. Hier ist weniger mehr. Denn je mehr unterschiedliche Farben Sie ineinander gießen, desto undeutlicher wird der Zell-Effekt.

Sie möchten ein farbenfrohes Bild mit großen Vermischungen und dennoch eine klare Zellstruktur? Dann mischen Sie ihren Farben etwas Silikon bei.

Silikonöl - für noch mehr Zellbildung

Das durchsichtige Silikonöl verdrängt die wasserbasierte Acrylfarbe und die unter dem Öl liegenden Farbschicht schimmert durch. So erhalten Sie auch bei vielen unterschiedlichen Farbtönen in einem Bild eine tolle Zellstruktur.

Geben Sie das Silikon in kleinen Mengen zu den fertig angerührten Acrylfarben und verrühren Sie es nur leicht. Bereits zwei bis drei Tropfen pro Farbton genügen. Spielen und experimentieren Sie mit unterschiedlichen Viskositäten, je nachdem, ob Sie große oder kleine Zellen wünschen.


Silikonöl mit hoher Viskosität:

  • guter, aber langsamer Farbfluss
  • kleine Zellen mit scharfen Kanten
  • wenig Farbverläufe


Silikonöl mit niedriger Viskosität:

  • guter, schneller Farbfluss
  • viele große Zellen (manchmal sogar mit weiteren kleinen Zellen im Inneren)
  • sehr starke Farbverläufe


Pouring Art - Mit Hitze noch mehr Zellen

Noch immer nicht genug Zellstruktur? Hitze hilft!

Ein Griff zur Lötlampe oder dem Heißluftföhn ist die perfekte Methode für noch mehr Zellen. Durch die Hitze verpufft die obenauf liegende Acrylfarbe und das Silikon kommt an die Oberfläche. Kenner schwören auf den Einsatz von Hitze als das Werkzeug für richtig beeindruckende Ergebnisse.

Auch hier ist weniger oft mehr: Die Zellen entwickeln sich unter Hitze. Gießen sie die Farben auf die Leinwand. Föhnen Sie einen kurzen Moment. Pausieren Sie und beobachten Sie zunächst die Entwicklung. Anfangs kleine Zellen wachsen über einen kurzen Zeitraum hinweg in Ihrer Größe.


Fluid Painting - viel Flüssigkeit: Welcher Malgrund für mein Bild?



Nicht jede Art von Malgrund eignet sich für diese große Menge an Flüssigkeit. Die hohe Feuchtigkeit lässt einfaches Papier oder auch dickeren Karton wellen. Das fertige Bild wird unbrauchbar. Für Fluid Painting empfehlen wir daher stabile Malgründe:



Mittlerweile gibt es sogar speziell für Fließtechniken konzipierte Paint- oder Art Boards. Diese Leinwände sind von einem kleinen Rahmen umgeben. So läuft beim Neigen der Oberfläche keine Flüssigkeit an der Seite herunter.

Die Struktur und Beschaffenheit des Untergrundes entscheidet über die Oberfläche des fertigen Bildes. Je glatter der Untergrund, desto glänzender und glatter das Ergebnis.


Fluid Painting - Den Arbeitsplatz vorbereiten



Fluid Painting ist nicht nur ein flüssiges, sondern auch ein sehr farbiges Vergnügen. Bei der Acryl Fließtechnik tropft die Farbe an allen Seiten von der Leinwand. Selbst, wenn Sie ein Art Board mit Rahmen verwenden, empfehlen wir Ihnen folgende Vorbereitungsmaßnahmen:


  • Kleiden Sie die Arbeitsfläche mit Folie aus.
  • Tragen Sie Einweghandschuhe.
  • Nutzen Sie leicht zu reinigende Behälter oder Einwegbecher.


Legen Sie Ihren Keilrahmen auf ein Podest. Hierfür nutzen Sie einfach 4 gleichhohe Becher. So tropft überschüssige Farbe ab, ohne am Rand des Bildes festzukleben. Den Farbüberfluss unter der Leinwand können Sie auflesen, luftdicht verschließen und für ein anderes Bild wiederverwenden.


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Fluid Painting - Das Anrühren

Bereiten Sie jeden Farbton für sich in einem eigenen Becher vor: Zunächst geben Sie das Medium hinzu. Rühren Sie langsam, um Luftblasen zu vermeiden. Falls Ihnen die Mischung noch nicht gefällt, passen Sie die Konsistenz mit etwas Wasser an. Zuletzt geben Sie ein paar Tropfen Silikonöl in jeden Becher.


Acrylic Fluid Painting: Unterschiedliche Techniken - unterschiedlichen Ergebnissen



Puddle-Pour

  • Gießen Sie die einzelnen Farben nacheinander in die Mitte des Keilrahmens.
  • Der erste Farbton bildet die Basis.
  • Alle weiteren Töne gießen Sie unmittelbar auf den vorherigen.
  • Wenn alle Becher leer sind, neigen Sie den Keilrahmen und lassen Sie die Farbe über das Bild gleiten.


Tipp: Für spannendere Verläufe, gießen Sie mehrere solcher Farbpfützen auf eine Leinwand und lassen Sie diese ineinanderlaufen.


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Dirty-Pour

  • Mischen Sie die Farben getrennt voneinander an.
  • Schichten Sie die Farben anschließend in einem Behälter übereinander.
  • Rühren Sie minimal um.
  • Gießen Sie den Inhalt des Behälters über den Malgrund.
  • Neigen Sie das Bild, bis Sie eine Form erhalten, die Ihnen gefällt.


Tipp: Achten Sie darauf, das Silikonöl jeder einzelnen Farbe beizumischen, bevor Sie diese im Sammelbehälter schichten. Nur so erhalten Sie eine faszinierende und gleichmäßige Zellstruktur.



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Flip Cup

  • Gehen Sie vor, wie beim Dirty-Pour
  • Stülpen Sie den fertigen Sammelbecher senkrecht über das Bild
  • Heben Sie den Becher langsam an
  • Neigen Sie den Malgrund, um die Farbe fließen zu lassen

Tipp: Arbeiten Sie mit mehreren Bechern und kontrastreichen Farben gleichzeitig, um noch beeindruckendere Effekte zu erzielen.


Trocknungsdauer/ Aufbewahrung



Acrylfarbe ist normalerweise für ihre äußerst kurzen Trocknungszeiten bekannt. Beim Acrylic Pouring Painting arbeiten Sie jedoch mit sehr viel Farbe und Flüssigkeit. Planen Sie daher bitte eine ausreichende Trocknungsphase mit ein. Es ist völlig normal, wenn Ihr Bild länger als 24 Stunden benötigt, um vollständig zu trocknen. Je nach Anzahl der Schichten und des Mischungs-Verhältnisses, kann es sogar deutlich länger dauern.

Bitte lassen Sie Ihr Bild auf einem ebenen Untergrund trocknen. Bewegen Sie es erst, wenn es vollständig trocken ist. Unterschätzen Sie nicht die Wirkung eines Gießmediums. Selbst kleine Neigungen können ein noch feuchtes Kunstwerk über mehrere Stunden hinweg verzerren. Das wäre sehr schade!



Zu guter Letzt - Glanz und Versiegelung



Nach einigen Tagen Trocknungszeit wir Ihr Bild zunächst einen großen Teil seines schönen, feuchten Glanzes verloren haben. Aber keine Angst! Mit einem guten Schlussfirnis erstrahlt es schon sehr bald wieder von Neuem - leuchtend und schön.

Nutzen Sie einen Acryl Glanzlack, um die Qualität Ihres Bildes langfristig zu erhalten. Der Lack versiegelt die Oberfläche und bringt Ihr Werk zum Strahlen.

inklusive 16% bzw. 5% MwSt, ggf. zuzüglich Versandkosten. © 2020 Johannes GERSTAECKER Verlag GmbH

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