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Startseite > Online-Magazin > Kreiden, Stifte und Tusche > Ölpastellkreiden


Das Wort Pastell stammt von dem lateinischen Wort pasta ab, was so viel bedeutet wie Teig ...

Schon Watteau und Fragonard schätzten sie wegen ihrer Vielseitigkeit, die unterschiedlichste Maltechniken zulässt. Ihr satter Farbabrieb und ihre starke Leuchtkraft stehen in lebhaftem Kontrast zu den zarteren Tönen der trockenen Pastellkreiden. Mit Öl-, Acryl- und Aquarellfarben lassen sie sich ausgezeichnet kombinieren, um feine Details zu ergänzen oder Lichter zu setzen. Dem Maler eröffnen sich so ganz neue künstlerische Ausdrucksformen.


Schon vor den trockenen Pastellkreiden
erfreuten sich Ölpastellkreiden großer Beliebtheit, und zwar vor allem für die Porträtmalerei. Leonardo da Vinci setzt sie ein, um in seinen Charakterbildern stärkere Farbakzente zu setzen. Im 17. Jahrhundert erfährt die Ölpastellmalerei einen echten Aufschwung, der in engem Zusammenhang mit der Beliebtheit der Porträtmalerei in dieser Epoche steht. Auch Holbein der Jüngere nimmt gern Ölpastellkreiden, um seine Skizzen lebendiger wirken zu lassen. Die Impressionisten von Pissaro über Sisley und Monet bis zu Degas malen mit Ölpastellkreiden, um Lichter zu setzen.Auch namhafte Künstler des 20. Jahrhunderts, wie zum Beispiel Hans Hartung aber auch Pablo Picasso, verwenden Ölpastellkreiden, solo oder in Kombination mit anderen Medien.


Charakteristika
Im Gegensatz zu trockenen Pastellkreiden werden Ölpastellkreiden nicht mit Gummiarabikum oder Harzen gebunden, sondern mit Distel- oder Mohnöl und mit Bienenwachs. Ölpastellkreiden setzen sich auf dem Papier als Paste ab und gehen eine feste, dauerhafte Verbindung mit diesem Malgrund ein. Darin liegt der wesentliche Unterschied zu Soft- Pastellkreiden, dem man beim Zeichnen mit diesem Medium stets Rechnung tragen sollte. Ölpastellfarben haben einen seidigen Glanz und besonders auf kleinen Formaten kann man mit diesem Medium sehr schöne Resultate erzielen. Sie eignen sich aber auch für größere Formate und, im Gegenteil zu Softpastellkreiden, auch für glatte Papiere. Wenn mehrere mit guten, fetten Ölpastellkreiden gemalte Farbschichten übereinander gelegt werden, so deckt die obere die erste vollständig ab, ohne diese wesentlich zu beeinflussen. Das Verwischen und somit auch das Erzielen von Mischfarben ist dadurch schwieriger als bei trockenen Pastellkreiden. Qualitativ hochwertige, weiche und fette Ölpastellkreiden lassen sich jedoch einfach mit dem Finger verreiben. Bei trockeneren Sorten ist das Erarbeiten von Farbnuancen nur schwer möglich.


Malgründe
Dank ihrer spezifischen Konsistenz haften Ölpastellkreiden auf fast jedem Untergrund. Meistens wird es sich dabei um Papier handeln (mindestens 170 g/qm sind angeraten), aber auch Leinwand, Malplatten, Karton, Seide, Holz, Keramik, Glas, Metall und selbst manche Kunststoffe sind bemalbar. Die besten Resultate werden jedoch auf speziellem Ölpastellpapier und auf grundiertem Leinengewebe erzielt. Maltechniken Nur wenige Künstler malen reine Ölpastellgemälde. Die allermeisten kombinieren diese Technik mit anderen, wodurch sich viele interessante Gestaltungsmöglichkeiten ergeben. Das Zeichnen in diesen satten Farben macht einfach Spaß und zudem sind nur wenige Töne nötig, um komplexe, intensive Nuancen zu erarbeiten. Wenn der Farbabrieb in breiten Strichen erfolgt, kommt die Struktur des Papiers zum Vorschein. Der Malgrund ist allerdings schnell gesättigt.

Durch längs und quer Schraffieren entstehen neue Farbnuancen und ein Eindruck von Tiefe, kann aber auch mit der Spitze der Kreide viele kleine Farbtupfer neben- oder übereinander setzen, pointilistisch malen. Eine pastose Ölpastellfarbschicht kann mit dem Malmesser durch Ritzen oder Abkratzen weiter bearbeitet werden. Die Ränder der einzelnen Farbzonen können mit einem weichen Lappen verwischt werden, um weichere Übergänge zu schaffen. Wahlweise kann das Verwischen auch mit dem Finger oder mit einem Borstenpinsel erfolgen. Interessante Effekte kann man auch erzielen, wenn man die Kreiden in Terpentin löst und mit einem Pinsel auf dem Papier verteilt. Alternativ kann man auch die Stifte mit Terpentin befeuchten oder bereits angelegte Farbflächen mit einem Pinsel, der in Terpentin getaucht wurde, vermalen. Bei der Arbeit mit Ölpastellkreiden ist fast alles möglich. Die pastosen Farbschichten können quasi reliefartig nachbearbeitet werden. Nach Erwärmung können dekorative Elemente wie Pigmente, Sand, Holz- oder Papierstückchen eingebettet werden. Fotos oder Collagen können direkt übermalt werden. Lassen Sie Ihrer Fantasie freien Lauf!

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